Sonntag, 12. April 2009

Blut, Zerstoerung, Gewalt

Nach mehrtaegiger Abwesenheit wegen Schulbeginn, komme ich nun doch wieder dazu, einen neuen Eintrag zu schreiben. Diesmal werde ich ausschliesslich ueber mein erstes Volleyballtraining berichten.

Dieser Titel passt ganz gut zu meinem ersten Training, auch wenn das Training vielleicht nicht ganz so dramatisch war, wie es klingt. Ich hatte mich schon ewig auf das Volleyballtraining gefreut und als ich am Donnerstag das erste mal zugeguckt habe, wusste ich: Hier hat Volleyball eine andere Bedeutung. Spass ist nichtmal halb so viel wie in Deutschland vorhanden, hier ist knallhartes Training angesagt. Leider konnte ich nur eine halbe Stunde zugucken und musste dann wieder nach Hause fahren. Am Freitag zaehlte ich die Minuten bis zum ersten langersehntem Training. Mein Training begann erst um 17.30 Uhr und da die Schule frueher zuende war, hiess es warten, warten, warten. Das Training wurde ohne den Trainer begonnen, aber nicht in der Halle, sondern in einem Schulflur. Zuerst hat jeder einen 4kg Medizinball bekommen und musste damit Sprunguebungen, Liegestuetze und Sit-Ups machen. Wahrscheinlich habe ich davon den Muskelkater, wegen dem ich heute nicht mit zum Joggen kann. Gluecklicherweise schienen diese Uebungen fuer die anderen genauso anstrengend zu sein, wie fuer mich. Dann gingen wir in die Halle und ich konnte endlich, endlich seit einem Monat wieder einen Volleyball anfassen! Sowie der Trainer kam, wurde mit Einwerfen begonnen, dann Pritschen, Baggern, Schlagen, alles ein bisschen komplizierter gemacht. Anschliessend wurden Sprungangaben, Hinterfeldangriffe und Vorderfeldangriffe geuebt. Es erstaunte mich sehr, dass sie in ihrem Alter Angriffe hinbekommen, die man in Berlin bei der nicht-Bundesliga SCC-Mannschaft sehen kann, bei der alle Spieler mindestens 10cm groesser sind. Bei den Vorderfeldangriffen passierte auch schon das erste Missgeschick: Meine Brille blieb im Netz haengen, fiel runter und der naechste Spieler landete nach seinem Sprung darauf. Es war zum Glueck "nur" meine Volleyballbrille, diese war aber erstmal ordentlich verbogen. Nachdem er sich gefuehlte neunzig Mal bei mir entschuldigt hatte, habe ich mit der schiefen Brille weitergespielt, weil ich nicht im ersten Training wegen so einer Kleinigkeit Probleme machen wollte.
Anschliessend wurden wir in zwei Teams aufgeteilt, der Trainer wollte wahrscheinlich auch sehen, welche Position fuer mich am besten geeignet waere (vermutlich keine bei der Mannschaft). Schon passierte das Naechste, was mich diesmal sehr erschrocken hatte. Ein Zuspieler hatte nicht gemerkt, dass der Ball noch im Spiel war und der Ball ist somit einfach auf den Boden gefallen. Was macht der Trainer? Mit einem wuetenden Gesicht geht er auf ihn zu und tritt ihn! Das hat mich doch sehr ueberrascht und waer ich kein Austauschschueler, haette er mir an dem Tag den Hintern wohl gruen und blau getreten, mich ausgepeitscht und zusammengeschlagen. Der Trainer ist generell eine sehr furchteinfloessende Person und sobald auch nur der kleinste Fehler gemacht wird, gibt es einen Blick, der toeten koennte. DAS, ist richtiges Volleyballtraining! Auch wenn ich im Moment noch ein Hindernis sein mag, gebe ich mein bestes, um wenigstens ein aehnliches oder vielleicht sogar das gleiche Level zu erreichen!
Da Freitags nur 1 1/2 Stunden Training ist, war es das auch schon gewesen. In Schweiss gebadet verabschiedeten wir uns vom Trainer, der dem Zuspieler dann noch eine grausam klingende Predigt hielt. Ich musste mich beeilen und bin mit Vollgas in 20 Minuten nach Hause gefahren, aber trotzdem zu spaet gekommen. Otousan und Okaasan haben mit dem Essen noch gewartet. Zu Hause bemerkte ich auch, dass ich eine Schramme ueber meinem linken Auge hatte, welche auch vom Training stammen muss.
Ich kann es kaum erwarten mein erstes drei-Stunden-Training am Dienstag zu haben.

Dein Jonathan

P.S.: Die Brille habe ich kostenlos beim Optiker richten lassen.

7 Kommentare:

  1. oh man, das hört sich ja ziemlich schrecklich an...
    naja, dann noch österliche grüße nach japan! :-)
    Lene

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  2. Hast du ein Glück. Unsere Halle ist immernoch gesperrt, in den Ferien ist nichtmal Training in der Ersatzhalle. Wenigstens gehen wir ab und zu beachen.
    Das Training klingt toll x]
    Du wirst als Volleyballwunder zurückkommen :D

    Aber, dass der Trainer den Zuspieler getreten hat, ist schon ziemlich heftig. Wie haben da die anderen reagiert? Als ob das normal wäre?
    Viel spaß noch so.
    Und frohe Ostern x]
    Feiert man in Japan auch Ostern?!

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  3. meine fresse.
    trotzdem frohe ostern ^^
    ps:polli ostern ist ein christlicher feiertag weiße auferstehung jesu und so udn die sind da nich christlich orientiert denk ich

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  4. Ja, das würd ich auch gern wissen, haben die anderen Spieler den Tritt als normal empfunden? Dafür würde dem Lehrer hier richtig der Arsch aufgerissen werden!

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  5. sind nich viele japaner christen? sicher feiern da einige! nur seine familie vermutlich nich! und ich sag ja, meine kinder würde ich an keine japanische schule schicken. auch wenn jonathan der meinung ist es mit kollektivdenken weiter zu bringen als mit förderung des individualismus!
    die spinnen doch alle...

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  6. Joa die haben nicht protestiert oder so, wuerde sich auch eh keiner trauen bei dem Trainer :)

    Ostern wird hier nicht gefeiert, zumindest kenne ich niemanden der hier Ostern feiert und es wird auch nirgendwo irgendwas osterliches ausgestellt.

    Individuell sind die Schueler in den Pausen genug, glaub mir XD

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  7. Klingt nach einer ruhigen Frau Baumann, wahrscheinlich nicht ganz so muskuloes. Erstaunt mich sehr, dass sie ihre Gestalt veraendern kann und dazu die Kunst des Teleportierens besitzt.. du weisst ja wie sehr ich sie liebe.

    Btw: Ich rede vond er Trainerin.

    PS: peace Will

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